Garten-Lexikon · Stauden & Kräuter
Rosmarin
Ein Halbstrauch mit den gleichen Regeln wie Lavendel — nur empfindlicher gegen Frost. Wer die Sorte richtig wählt, hat ihn viele Jahre.
Startseite · Garten-Lexikon · Rosmarin
Kurz erklärt
Rosmarin wird im Frühjahr (April) um etwa ein Drittel eingekürzt und nach der Blüte leicht in Form gebracht. Wie beim Lavendel gilt: nicht ins alte Holz schneiden. Der Schnitt darf nicht zu spät im Jahr erfolgen.
- Botanisch
- Salvia rosmarinus
- Schnitt
- April um ein Drittel, nach der Blüte leichter Formschnitt
- Regel
- Nie ins verholzte Innere schneiden
- Standort
- Vollsonnig, geschützt, mager und durchlässig
- Winterhärte
- Nur bedingt — winterharte Sorten wählen
- Gefahr
- Wintersonne bei Frost und Winternässe
Schnittzeiten im Jahresverlauf
Dunkelgrün: idealer Zeitpunkt · Hellgrün: möglich oder eingeschränkt · Ohne Markierung: nicht empfohlen
Zum vollständigen Schnittkalender — dort sehen Sie alle Pflanzen im Vergleich und die Begründung für jeden einzelnen Monat.
Schnitt und Formgebung
Der Hauptschnitt liegt im April, wenn der Neuaustrieb beginnt und keine strengen Fröste mehr drohen. Eingekürzt wird um etwa ein Drittel, immer im belaubten Bereich. Nach der Blüte im Mai oder Juni folgt ein leichter Formschnitt.
Wer regelmäßig für die Küche erntet, erledigt den Formschnitt praktisch nebenbei — genau das hält die Pflanze kompakt. Ab September sollte nicht mehr geschnitten werden, damit der Neutrieb vor dem Winter ausreift.
Winterhärte — der entscheidende Punkt
Rosmarin ist nur bedingt winterhart. Im milden Rheingraben gelingt die Auspflanzung an geschützten, vollsonnigen Stellen häufig, aber nicht zuverlässig. Winterharte Sorten wie „Veitshöchheim" oder „Arp" sind deutlich sicherer als beliebige Supermarktware.
Der Frost selbst ist selten die Todesursache — es ist die Kombination aus Wintersonne bei gefrorenem Boden (die Pflanze verdunstet Wasser, das die Wurzel nicht nachliefert) und Winternässe. Schutz gegen beides: Kiesmulch, ein Standort mit Regenschatten und im Zweifel eine lichte Reisigabdeckung.
Im Kübel ist er unkompliziert: hell und kühl bei etwa fünf Grad überwintern, sparsam gießen — aber nie ganz austrocknen lassen, das verzeiht er nicht.
Rosmarin mit Winterschutz
Standort und Boden
Wie Lavendel: volle Sonne, magerer, durchlässiger, gern kalkhaltiger Boden. Staunässe ist tödlich. Auf schweren Böden hilft eine erhöhte Pflanzung mit Sand und Splitt.
Gedüngt wird kaum. Zu viele Nährstoffe bringen weiches Gewebe, das im Winter zurückfriert und obendrein weniger aromatisch ist — mageres Substrat gibt den intensivsten Geschmack.
Ernte
Rosmarin lässt sich ganzjährig ernten; das intensivste Aroma haben die Triebe kurz vor der Blüte. Geerntet werden ganze Triebspitzen, nicht einzelne Nadeln. Zum Trocknen kopfüber bündeln und luftig aufhängen; alternativ lassen sich Zweige gut einfrieren, was das Aroma besser erhält.
Im Winter erntet man sparsam — jeder Schnitt regt Neuaustrieb an, der dann erfriert.
Ernte ganzer Triebspitzen
Typische Probleme
- Verkahlung von innen: wie beim Lavendel Folge des fehlenden Schnitts.
- Braune Nadeln im Spätwinter: Wintertrockenheit oder Wurzelfäule durch Nässe.
- Mehltau bei Kübelpflanzen: im Winterquartier bei zu wenig Luft.
- Aromaverlust: zu viel Dünger und zu wenig Sonne.
Häufige Fehler aus der Praxis
Der häufigste Fehler ist die Auspflanzung einer nicht winterharten Sorte an einem ungeeigneten Standort — der Verlust kommt dann im zweiten oder dritten Winter. Zweitens der Schnitt ins alte Holz, aus dem nichts mehr nachkommt. Und drittens zu viel Gießen und Düngen, was Rosmarin schneller umbringt als jede Vernachlässigung.
Lieber machen lassen?
Wir pflegen Ihren Rosmarin.
Fachgerecht, termintreu und haftpflichtversichert — zum Festpreis, der vorher feststeht. Abweichungen bis fünf Prozent ändern nichts am Preis.
