Garten-Lexikon · Stauden & Kräuter
Frauenmantel
Die Staude mit den Wassertropfen auf den Blättern — anspruchslos, flächendeckend und die vielleicht dankbarste Pflanze für alle, die einen Garten pflegeleicht halten wollen.
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Kurz erklärt
Frauenmantel wird direkt nach der Blüte im Juni oder Juli komplett bodennah zurückgeschnitten. Es folgt frisches Laub, oft mit zweiter Blüte. Halbe Sachen führen zu braunem, unansehnlichem Bestand.
- Botanisch
- Alchemilla mollis
- Schnitt
- Nach der Blüte bodennah, Juni/Juli
- Winterschnitt
- Reste erst im Februar/März
- Standort
- Sonne bis Halbschatten
- Boden
- Normal bis frisch, kalkverträglich
- Besonderheit
- Selbstaussaat — Schnittzeitpunkt steuert sie
Schnittzeiten im Jahresverlauf
Dunkelgrün: idealer Zeitpunkt · Hellgrün: möglich oder eingeschränkt · Ohne Markierung: nicht empfohlen
Zum vollständigen Schnittkalender — dort sehen Sie alle Pflanzen im Vergleich und die Begründung für jeden einzelnen Monat.
Radikal schneiden — und zwar ganz
Nach der Blüte wird das Laub fleckig und braun, die Blütenstiele legen sich auseinander. Wer nur die Blütenstiele entfernt, hat weiterhin unansehnliches Laub. Richtig ist der Rückschnitt der gesamten Pflanze auf etwa eine Handbreit.
Nach zwei bis drei Wochen steht dort ein frischer, kompakter Horst mit dem charakteristischen hellgrünen Laub — bei guter Wasserversorgung oft mit einer zweiten, leichteren Blüte im Spätsommer. Das ist derselbe Handgriff wie beim Storchschnabel und mindestens ebenso wirkungsvoll.
Horst direkt nach dem Rückschnitt
Selbstaussaat im Griff behalten
Frauenmantel sät sich kräftig aus — in Fugen, Kiesflächen und benachbarte Beete. Für naturnahe Gärten ist das erwünscht und ergibt mit den Jahren wunderbar verwachsene Übergänge. In strukturierten Beeten wird es lästig.
Der Rückschnitt direkt nach der Blüte löst beides: Er verhindert die Samenreife und damit die Aussaat. Wer zu spät schneidet, hat im Folgejahr überall Jungpflanzen — die sich allerdings im Frühjahr leicht ausziehen lassen.
Standort und Boden
Sonne bis Halbschatten, normaler bis frischer Gartenboden. Frauenmantel verträgt Trockenheit passabel, wächst aber auf frischem Boden deutlich üppiger und behält das Laub länger schön. Er kommt mit Kalk gut zurecht.
Seine Stärke ist die Fläche: Als Beeteinfassung, entlang von Wegen, unter Rosen und Gehölzen bildet er dichte Teppiche, die Beikraut unterdrücken. Gedüngt wird nicht.
Die Wassertropfen
Die Tropfen auf den Blättern am Morgen sind kein Tau, sondern Guttation: Die Pflanze presst überschüssiges Wasser aktiv über Spaltöffnungen an den Blatträndern heraus, wenn der Boden feucht und die Luft gesättigt ist. Die feine Behaarung der Blätter lässt die Tropfen perlen statt zerfließen.
Ein hübsches Detail für die Website — und ein Zeichen, dass die Pflanze gut versorgt ist.
Wassertropfen auf dem Blatt
Typische Probleme
- Braunes, fleckiges Laub nach der Blüte: normal — Rückschnitt löst es.
- Ungewollte Sämlinge: Folge des zu späten Schnitts.
- Mehltau: bei Trockenstress im Spätsommer; nach dem Rückschnitt erledigt.
- Auseinanderfallende Horste: zu nährstoffreicher Boden oder zu viel Schatten.
Häufige Fehler aus der Praxis
Der häufigste Fehler ist der halbherzige Schnitt, der nur die Blüten entfernt und braunes Laub stehen lässt. Zweitens der zu späte Rückschnitt, nach dem die Selbstaussaat bereits erfolgt ist. Und drittens die Düngung, die Frauenmantel gar nicht braucht und die die Horste weich und instabil macht.
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