Garten-Lexikon · Obst & Beeren
Kiwi
Exotisch, aber winterhart: Kiwi und vor allem die kleinfrüchtige Mini-Kiwi gedeihen bei uns problemlos — wenn sie ein starkes Gerüst bekommen und zweimal im Jahr geschnitten werden.
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Kurz erklärt
Die Kiwi wird im Winter (Dezember/Januar) und im Sommer (Juli) geschnitten. Ab Februar blutet sie stark, deshalb muss der Winterschnitt früh erfolgen. Sie trägt am diesjährigen Trieb, der aus einjährigem Holz kommt.
- Botanisch
- Actinidia deliciosa / arguta
- Winterschnitt
- Dezember bis Januar — später blutet sie
- Sommerschnitt
- Juli, Triebe hinter der Frucht einkürzen
- Befruchtung
- Männliche und weibliche Pflanze nötig
- Gerüst
- Massiv — ausgewachsen mehrere hundert Kilogramm
- Ernte
- Oktober, hart ernten und nachreifen lassen
Schnittzeiten im Jahresverlauf
Dunkelgrün: idealer Zeitpunkt · Hellgrün: möglich oder eingeschränkt · Ohne Markierung: nicht empfohlen
Zum vollständigen Schnittkalender — dort sehen Sie alle Pflanzen im Vergleich und die Begründung für jeden einzelnen Monat.
Winter- und Sommerschnitt
Der Winterschnitt liegt im Dezember und Januar — später steigt der Saftdruck, und die Pflanze blutet wochenlang aus den Wunden. Entfernt werden abgetragene Fruchttriebe, zu dichtes Gewirr und alle Triebe, die nicht ans Gerüst passen. Fruchtholz wird auf drei bis fünf Augen hinter dem letzten Fruchtansatz zurückgenommen.
Der Sommerschnitt im Juli ist mindestens ebenso wichtig: Die extrem langen Neutriebe werden auf etwa fünf bis sieben Blätter hinter der letzten Frucht eingekürzt. Das bremst den Wuchs, bringt Licht an die Früchte und erspart im Winter viel Arbeit.
Männlich und weiblich — oder selbstfruchtbar
Die meisten Kiwis sind zweihäusig: Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, und nur die weiblichen tragen Früchte. Ohne männlichen Partner in der Nähe bleibt die Ernte aus — der häufigste Grund für jahrelange Enttäuschung. Ein Männchen versorgt etwa sechs bis acht weibliche Pflanzen.
Selbstfruchtbare Sorten wie „Jenny" (Mini-Kiwi) oder „Solissimo" umgehen das Problem, tragen allein aber weniger. Wer Platz hat, fährt mit einem echten Paar besser.
Männliche und weibliche Blüte im Vergleich
Mini-Kiwi: die praktischere Wahl
Die kleinfrüchtige Kiwi (Actinidia arguta) ist deutlich winterhärter als die großfrüchtige, trägt früher und braucht kein Schälen — die Früchte werden mit der glatten Haut gegessen. Für unsere Region ist sie fast immer die bessere Wahl.
Beide brauchen ein massives Gerüst: Eine ausgewachsene Kiwi wiegt mehrere hundert Kilogramm und wächst pro Jahr mehrere Meter. Pergolen und stabile Spanndrahtgerüste eignen sich, dünne Holzspaliere nicht.
Kiwi am massiven Spaliergerüst
Standort und Boden
Sonnig und windgeschützt, gern an einer Südwand oder über einer Terrasse. Der Boden sollte humos, durchlässig und leicht sauer sein — Staunässe und stark kalkhaltige Böden führen zu Chlorose.
Junge Pflanzen sind spätfrostempfindlich: Der Austrieb im April kann zurückfrieren. Ein geschützter Standort und ein Vlies in kritischen Nächten helfen in den ersten Jahren.
Ernte und Nachreife
Kiwis werden hart geerntet und reifen nach. Erntezeit ist Oktober, vor den ersten stärkeren Frösten. Die Früchte lagern kühl mehrere Wochen; zum Nachreifen legt man sie mit einem Apfel in eine Schale — das freigesetzte Ethylen beschleunigt die Reife deutlich.
Mini-Kiwis dagegen reifen am Strauch und werden weich geerntet, meist im September.
Häufige Fehler aus der Praxis
Der häufigste Fehler ist die fehlende männliche Pflanze — die Kiwi wächst prächtig und trägt nie. Zweitens der Winterschnitt im Februar oder März, der zum starken Bluten führt. Und drittens ein unterdimensioniertes Gerüst, das nach einigen Jahren unter dem Gewicht nachgibt.
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