Garten-Lexikon · Obst & Beeren

Feige

Mediterranes Flair im Vorgarten — und mit den milderen Wintern zunehmend auch bei uns eine sichere Sache. Beim Schnitt gilt: im Frühjahr, nie im Herbst.

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Kurz erklärt

Die Feige wird im Frühjahr (März/April) geschnitten, sobald keine strengen Fröste mehr drohen. Erfrorene Triebspitzen kommen dabei mit weg. Ein Herbstschnitt ist der klassische Fehler: Die Schnittstellen frieren im Winter zurück.

Feige
Botanisch
Ficus carica
Schnitt
März/April, nach den strengen Frösten
Erträge
1. Ernte Juni/Juli am Vorjahresholz, 2. ab August
Standort
Vollsonnig und geschützt, ideal an der Südwand
Boden
Durchlässig, keine Staunässe
Hinweis
Milchsaft reizt die Haut — Handschuhe tragen

Schnittzeiten im Jahresverlauf

JanFebMär AprMaiJun JulAugSep OktNovDez

Dunkelgrün: idealer Zeitpunkt · Hellgrün: möglich oder eingeschränkt · Ohne Markierung: nicht empfohlen

Zum vollständigen Schnittkalender — dort sehen Sie alle Pflanzen im Vergleich und die Begründung für jeden einzelnen Monat.

Zwei Ernten und was das für den Schnitt bedeutet

Feigen können zweimal tragen. Die erste Ernte im Juni und Juli entsteht an Trieben des Vorjahres — die Früchtchen überwintern als kleine Knubbel am Holz. Die zweite Ernte ab August wächst am diesjährigen Trieb.

Daraus folgt: Wer im Frühjahr zu stark schneidet, entfernt die überwinterten Ansätze und verzichtet auf die frühe Ernte. In unserem Klima reift die zweite Ernte allerdings nicht immer vollständig aus — deshalb ist die erste die verlässlichere. Ein zurückhaltender Schnitt ist also meist die bessere Strategie: auslichten statt einkürzen.

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Überwinterte Fruchtansätze am Vorjahrestrieb
Überwinterte Fruchtansätze am Vorjahrestrieb

Winterschutz und Standort

Ausgepflanzte Feigen sind in milden Lagen wie dem Rheingraben zunehmend problemlos winterhart. Wichtig sind ein geschützter, vollsonniger Standort — ideal vor einer Südwand, die Wärme speichert — und ein durchlässiger Boden ohne Staunässe.

Junge Pflanzen brauchen in den ersten drei bis vier Wintern Schutz: Wurzelbereich dick mulchen, Krone bei starkem Frost mit Vlies umhüllen. Selbst wenn Triebe zurückfrieren, treibt die Feige aus der Basis meist zuverlässig wieder aus — dann fällt allerdings die erste Ernte des Jahres aus.

Foto 2 folgt
Feige an der Südwand
Feige an der Südwand

Ausläufer und Wuchsform

Feigen neigen dazu, aus der Basis mehrere Stämme zu bilden. Für den Hausgarten ist der mehrstämmige Strauch praktisch: Friert ein Stamm zurück, übernehmen die anderen. Wer eine Baumform will, entfernt konsequent alle Bodentriebe außer einem.

Achtung beim Milchsaft: Er tritt bei jedem Schnitt aus, reizt die Haut und kann in Verbindung mit Sonnenlicht Verbrennungen auslösen. Handschuhe und langärmelige Kleidung sind beim Feigenschnitt keine Übervorsicht.

Kübelhaltung

Im Kübel ist die Feige besonders dankbar — sie verträgt beengte Wurzeln gut und trägt dann oft sogar williger. Überwintert wird hell und kühl bei etwa fünf Grad, etwa in Garage oder Keller; dabei sparsam, aber regelmäßig gießen, damit der Ballen nicht austrocknet.

Umgetopft wird alle drei bis vier Jahre. Gedüngt wird von April bis Juli; danach nicht mehr, damit die Triebe ausreifen.

Typische Probleme

  • Früchte fallen unreif ab: meist Wassermangel oder zu kühle Witterung während der Reife.
  • Zurückgefrorene Triebe: im Frühjahr bis ins gesunde Holz zurückschneiden — kein Grund zur Sorge.
  • Keine Reife der zweiten Ernte: klimatisch bedingt und normal; die Früchte können am Baum bleiben und im Folgejahr ausreifen.
  • Schildläuse: klebriger Belag, vor allem bei Kübelpflanzen im Winterquartier.

Häufige Fehler aus der Praxis

Der häufigste Fehler ist der Herbst- oder Winterschnitt, der zu Rückfrost an den Schnittstellen führt. Zweitens der zu starke Frühjahrsschnitt, der die überwinterten Fruchtansätze und damit die verlässlichere erste Ernte entfernt. Und drittens der ungeschützte Standort mitten im Garten, wo die Feige nie die Wärme bekommt, die sie zum Ausreifen braucht.

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