Garten-Lexikon · Hecken & Formgehölze
Kirschlorbeer
Schnellwüchsig, immergrün, blickdicht — und aus gutem Grund umstritten: was beim Kirschlorbeer für den Schnitt und gegen den Standort spricht.
Startseite · Garten-Lexikon · Kirschlorbeer
Kurz erklärt
Kirschlorbeer wird im Juni nach dem ersten Austrieb geschnitten, ein zweiter Schnitt folgt im August. Wichtig: mit der Handschere statt der Heckenschere — die großen Blätter werden sonst zerschnitten und die Ränder werden braun.
- Botanisch
- Prunus laurocerasus
- Schnitt
- Juni und August, möglichst mit der Handschere
- Rückschnitt
- Verträgt altes Holz, Okt–Feb
- Standort
- Sonne bis Schatten, sehr anpassungsfähig
- Zuwachs
- Bis 40 cm pro Jahr
- Hinweis
- Alle Pflanzenteile giftig, ökologisch umstritten
Schnittzeiten im Jahresverlauf
Dunkelgrün: idealer Zeitpunkt · Hellgrün: möglich oder eingeschränkt · Ohne Markierung: nicht empfohlen
Zum vollständigen Schnittkalender — dort sehen Sie alle Pflanzen im Vergleich und die Begründung für jeden einzelnen Monat.
Handschere statt Heckenschere — warum das keine Pedanterie ist
Kirschlorbeer hat große, ledrige Blätter. Eine elektrische Heckenschere zerschneidet sie mitten durch; die Schnittkanten trocknen ein und werden braun. Eine frisch geschnittene Kirschlorbeerhecke sieht deshalb oft wochenlang unschön aus.
Mit der Handschere werden stattdessen ganze Triebe abgeleitet — der Schnitt sitzt über einem Blatt oder einer Verzweigung, keine Blattfläche wird verletzt. Das dauert länger, sieht aber sofort sauber aus. Bei großen Hecken ist ein Kompromiss üblich: Heckenschere für den groben Formschnitt, Handschere für die Sichtseiten.
Zerschnittene Blätter nach Heckenscheren-Schnitt
Zeitpunkt und Rückschnitt
Der Hauptschnitt liegt im Juni, nach dem ersten kräftigen Austrieb. Ein zweiter, leichter Schnitt Ende August hält die Form bis zum Frühjahr. Kirschlorbeer wächst schnell — bis zu vierzig Zentimeter im Jahr —, deshalb sind zwei Schnitte fast immer nötig.
Anders als Thuja verträgt Kirschlorbeer einen starken Rückschnitt ins alte Holz und treibt zuverlässig wieder aus. Verjüngungsschnitte gehören außerhalb der Schonzeit in den Zeitraum Oktober bis Februar (§ 39 BNatSchG), am besten ins Spätwinterfenster, damit die Hecke im Frühjahr sofort durchtreibt.
Standort und Boden
Kirschlorbeer wächst in Sonne wie im Schatten und ist bei den Bodenansprüchen genügsam. Empfindlich ist er gegen Wintersonne bei gefrorenem Boden: Die immergrünen Blätter verdunsten Wasser, das die Wurzel nicht nachliefern kann — die Folge sind braune, vertrocknete Blätter im Februar, oft fälschlich für Frostschäden gehalten. An sonnigen Wintertagen bei frostfreiem Boden gießen hilft mehr als jede Abdeckung.
Giftigkeit und ökologische Kritik
Alle Pflanzenteile, besonders die Samen, enthalten Blausäureverbindungen und sind giftig. In Familiengärten ist das ein ernstzunehmendes Argument.
Ökologisch gilt Kirschlorbeer als problematisch: Er bietet heimischen Insekten kaum Nahrung, seine Beeren werden von Vögeln verbreitet, und er verwildert zunehmend in Wälder hinein. In der Schweiz ist der Verkauf inzwischen verboten; einzelne deutsche Kommunen fördern gezielt Alternativen. Wer ähnliche Blickdichte mit ökologischem Wert sucht, findet sie in Hainbuche, Liguster oder Eibe.
Typische Probleme
- Schrotschusskrankheit: runde Löcher im Blatt, als hätte jemand geschossen. Pilzbefall, gefördert durch dichte, feuchte Bestände. Auslichten und Falllaub entfernen.
- Braune Blattränder nach dem Schnitt: kein Krankheitszeichen, sondern die Folge der Heckenschere.
- Dickmaulrüssler: buchtenförmiger Randfraß an den Blättern; die Larven schädigen die Wurzeln. Nematoden im Spätsommer sind die wirksamste biologische Gegenmaßnahme.
- Wintertrockenheit: braune Blätter im Spätwinter, siehe Standort.
Schrotschusskrankheit am Blatt
Häufige Fehler aus der Praxis
Der häufigste Fehler ist der Schnitt mit der Heckenschere kurz vor einem Fest oder Fototermin — die braunen Kanten bleiben wochenlang. Zweitens die Pflanzung zu dicht an der Grundstücksgrenze: Bei dem Wuchstempo entsteht binnen weniger Jahre ein Konflikt mit den Grenzabständen des Nachbarrechts. Und drittens die unterlassene Winterbewässerung, die jedes Jahr aufs Neue für vermeintliche Frostschäden sorgt.
Lieber machen lassen?
Wir schneiden Ihren Kirschlorbeer.
Fachgerecht, termintreu und haftpflichtversichert — zum Festpreis, der vorher feststeht. Abweichungen bis fünf Prozent ändern nichts am Preis.
