Garten-Lexikon · Leistungen erklärt

Herbstlaub entfernen

Laub ist kein Abfall, sondern Material am falschen Ort. Auf dem Rasen muss es weg, unter der Hecke sollte es bleiben — und auf dem Gehweg entscheidet die Verkehrssicherungspflicht.

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Kurz erklärt

Laub wird vom Rasen und von Wegen entfernt, weil es dort Schaden anrichtet — unter Sträuchern und in Beeten bleibt es liegen als Winterschutz und Humusquelle. Hauptzeit ist Oktober bis Dezember.

Hauptzeit
Oktober bis Dezember, je nach Baumarten
Rasen
Alle 1–2 Wochen abräumen, solange Laub fällt
Wege und Treppen
Regelmäßig — Verkehrssicherungspflicht beachten
Beete und Hecken
Liegen lassen als Winterschutz und Humus
Ausnahme
Pilzbefallenes Laub entfernen, nicht kompostieren
Laubbläser
Werktags 9–13 und 15–17 Uhr, sonntags nicht

Die Laubsaison

JanFebMär AprMaiJun JulAugSep OktNovDez

Dunkelgrün: Hauptlaubzeit · Hellgrün: Vor- und Nacharbeit · Ohne Markierung: kein Laubanfall

Wo Laub schadet

Auf dem Rasen ist eine geschlossene Laubdecke innerhalb weniger Wochen ein Problem: Das Gras bekommt kein Licht, unter der feuchten Schicht bildet sich ein ideales Klima für Pilze, und im Frühjahr kommen gelbe bis kahle Stellen zum Vorschein. Rasen sollte deshalb spätestens alle ein bis zwei Wochen abgeräumt werden, solange Laub fällt.

Auf Wegen, Treppen und Terrassen ist nasses Laub schlicht gefährlich — es ist rutschig wie Schmierseife. Hier kommt die Verkehrssicherungspflicht ins Spiel: Als Eigentümer haften Sie für Stürze auf Ihrem Grundstück, in vielen Gemeinden zusätzlich für den angrenzenden Gehweg. Die Räum- und Streupflicht wird über die kommunale Satzung geregelt; ein Blick dorthin lohnt sich.

In Dachrinnen führt Laub zu Verstopfung, Überlauf und im Winter zu Eisschäden — der teuerste Schaden, den ein paar Blätter anrichten können.

Foto 1 folgt
Laubschicht auf dem Rasen
Laubschicht auf dem Rasen

Wo Laub bleiben sollte

Unter Hecken, Sträuchern und auf Staudenbeeten ist Laub ein Geschenk: Es schützt den Boden vor Frost und Austrocknung, wird von Regenwürmern eingearbeitet und ergibt binnen eines Jahres besten Humus. Zugleich ist es Winterquartier für Igel, Käfer und Schmetterlingspuppen.

Eine dünne Laubschicht auf Beeten ersetzt praktisch eine Mulchgabe. Wer sie im Frühjahr entfernen will, wartet bis Mitte April — vorher sind die Tiere darin noch aktiv.

Ausnahme sind pilzbefallene Blätter: Falllaub von Rosen mit Sternrußtau, von Johannisbeeren mit Blattfallkrankheit oder von Quitten mit Blattbräune gehört entfernt und entsorgt, nicht kompostiert — sonst startet der Erreger im Frühjahr aus dem eigenen Beet.

Foto 2 folgt
Laub unter der Hecke belassen
Laub unter der Hecke belassen

Laubbläser: sinnvoll und problematisch zugleich

Auf großen befestigten Flächen spart ein Laubbläser erheblich Zeit. Auf Beeten und Rasenflächen ist er dagegen zweischneidig: Er wirbelt die oberste Bodenschicht mitsamt Kleinlebewesen auf und bläst Insekten samt Laub weg.

Dazu kommt der Lärm. Für Laubbläser gelten die Betriebszeiten der 32. BImSchV: In reinen und allgemeinen Wohngebieten sind sie an Werktagen nur von 9 bis 13 und 15 bis 17 Uhr zulässig, an Sonn- und Feiertagen gar nicht.

Unser Ansatz: Bläser auf Wegen und großen Flächen, Rechen und Laubbesen in Beeten und unter Sträuchern. Das ist gründlicher und schont, was dort überwintert.

Laub als Ressource nutzen

  • Mulchmähen: Dünne Laubschichten auf dem Rasen lassen sich mit dem Mulchmäher zerkleinern; das Material verrottet dann direkt in der Narbe und düngt.
  • Laubkompost: Laub allein verrottet langsam. Gemischt mit Rasenschnitt oder etwas Hornspänen entsteht in einem Jahr feiner Humus.
  • Laubdepot unter Hecken: Ein locker aufgeschichteter Haufen an einer ruhigen Stelle ist Igelquartier und Materiallager zugleich.
  • Frostschutz: Laub um empfindliche Pflanzen wie Feige, Rosmarin oder junge Hortensien ersetzt gekauftes Material.

Häufige Fehler aus der Praxis

Der häufigste Fehler ist das kompromisslose Abräumen jedes Blattes — es kostet Humus, Winterschutz und Lebensraum und macht unnötig Arbeit. Zweitens das Gegenteil: Laub wochenlang auf dem Rasen liegen lassen, was im Frühjahr kahle Stellen ergibt. Und drittens pilzbefallenes Laub auf dem Kompost, das den Erreger im Beet hält.

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