Garten-Lexikon · Gräser
Pampasgras
Das auffälligste Ziergras im Garten — und eines mit klaren Ansprüchen: Der Horst darf im Winter auf keinen Fall geschnitten werden, und Nässe im Herzen bringt ihn um.
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Kurz erklärt
Pampasgras wird erst im Frühjahr (März/April) zurückgeschnitten, kurz vor dem Neuaustrieb. Über den Winter bleibt der Horst als Schutz stehen — idealerweise zusammengebunden, damit kein Wasser ins Herz läuft.
- Botanisch
- Cortaderia selloana
- Schnitt
- März/April auf 20–30 cm
- Winter
- Horst zusammenbinden, nicht schneiden
- Standort
- Vollsonnig, durchlässig, keine Staunässe
- Größe
- Bis 2 m Horst, Wedel darüber hinaus
- Achtung
- Blattränder sind messerscharf
Schnittzeiten im Jahresverlauf
Dunkelgrün: idealer Zeitpunkt · Hellgrün: möglich oder eingeschränkt · Ohne Markierung: nicht empfohlen
Zum vollständigen Schnittkalender — dort sehen Sie alle Pflanzen im Vergleich und die Begründung für jeden einzelnen Monat.
Winterschutz: zusammenbinden statt schneiden
Pampasgras stirbt in unseren Wintern selten an Frost, sondern an Nässe im Horstinneren. Regen und Schmelzwasser sammeln sich zwischen den Halmen, das Herz fault.
Die Standardmaßnahme im Spätherbst: Die Halme werden locker zu einem Schopf zusammengebunden. Das Wasser läuft dann außen ab, und die Blätter schützen zugleich das Herz vor Frost. Zusätzlich kann der Wurzelbereich mit Laub oder Reisig abgedeckt werden. Geschnitten wird auf keinen Fall — offene Halme wirken wie Trichter.
Zusammengebundener Horst im Winter
Der Frühjahrsschnitt
Im März oder April, sobald sich der Neuaustrieb ankündigt, wird der Horst auf etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter zurückgeschnitten. Wichtig: Handschuhe und lange Ärmel — die Blattränder von Pampasgras sind messerscharf und verursachen unangenehme Schnitte.
Anschließend wird der Horst mit einer Harke oder von Hand ausgekämmt, um abgestorbene Reste zu entfernen. Wer den Austrieb bereits sieht, arbeitet vorsichtiger — beschädigte Triebspitzen wachsen nicht nach.
Standort und Boden
Volle Sonne, durchlässiger, eher magerer Boden, geschützt vor Staunässe. Ein leicht erhöhter Standort oder eine Kiesdrainage unter dem Wurzelballen erhöht die Überlebenschance in nassen Wintern erheblich.
Pampasgras braucht Platz: Ein etablierter Horst wird zwei Meter hoch und ebenso breit, die Blütenwedel ragen darüber hinaus. Als Solitär in einer Rasenfläche oder Kiesfläche kommt es am besten zur Geltung.
Gedüngt wird sparsam im Frühjahr — zu viel Stickstoff bringt weiche Halme, die im Winter leichter faulen.
Männlich und weiblich
Pampasgras ist zweihäusig. Die eindrucksvollen, dicht gefiederten, silbrig-weißen Wedel tragen die weiblichen Pflanzen; männliche haben schmalere, lockerere und schnell unscheinbar werdende Blütenstände.
Beim Kauf lohnt sich also der Blick auf die Sorte — benannte Sorten wie „Pumila" oder „Sunningdale Silver" sind zuverlässig weiblich. Wer eine namenlose Sämlingspflanze kauft, erlebt möglicherweise eine Enttäuschung.
Weiblicher Blütenwedel in Nahaufnahme
Typische Probleme
- Fauliges Horstinneres im Frühjahr: Winternässe — zusammenbinden hilft.
- Kein Blütenwedel: männliche Pflanze, zu junger Horst oder zu wenig Sonne.
- Schnittverletzungen: Blattränder sind scharf — Schutzkleidung tragen.
- Auseinanderfallender Horst: zu viel Nährstoff oder zu nasser Standort.
Häufige Fehler aus der Praxis
Der teuerste Fehler ist der Herbstschnitt: Er öffnet das Horstinnere für Wasser und ist die häufigste Ursache für abgestorbenes Pampasgras. Zweitens ein zu nasser Standort ohne Drainage. Und drittens der Kauf ohne Sortenangabe, der zu einer männlichen Pflanze ohne die erhofften Wedel führen kann.
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