Garten-Lexikon · Gräser

Pampasgras

Das auffälligste Ziergras im Garten — und eines mit klaren Ansprüchen: Der Horst darf im Winter auf keinen Fall geschnitten werden, und Nässe im Herzen bringt ihn um.

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Kurz erklärt

Pampasgras wird erst im Frühjahr (März/April) zurückgeschnitten, kurz vor dem Neuaustrieb. Über den Winter bleibt der Horst als Schutz stehen — idealerweise zusammengebunden, damit kein Wasser ins Herz läuft.

Pampasgras
Botanisch
Cortaderia selloana
Schnitt
März/April auf 20–30 cm
Winter
Horst zusammenbinden, nicht schneiden
Standort
Vollsonnig, durchlässig, keine Staunässe
Größe
Bis 2 m Horst, Wedel darüber hinaus
Achtung
Blattränder sind messerscharf

Schnittzeiten im Jahresverlauf

JanFebMär AprMaiJun JulAugSep OktNovDez

Dunkelgrün: idealer Zeitpunkt · Hellgrün: möglich oder eingeschränkt · Ohne Markierung: nicht empfohlen

Zum vollständigen Schnittkalender — dort sehen Sie alle Pflanzen im Vergleich und die Begründung für jeden einzelnen Monat.

Winterschutz: zusammenbinden statt schneiden

Pampasgras stirbt in unseren Wintern selten an Frost, sondern an Nässe im Horstinneren. Regen und Schmelzwasser sammeln sich zwischen den Halmen, das Herz fault.

Die Standardmaßnahme im Spätherbst: Die Halme werden locker zu einem Schopf zusammengebunden. Das Wasser läuft dann außen ab, und die Blätter schützen zugleich das Herz vor Frost. Zusätzlich kann der Wurzelbereich mit Laub oder Reisig abgedeckt werden. Geschnitten wird auf keinen Fall — offene Halme wirken wie Trichter.

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Zusammengebundener Horst im Winter
Zusammengebundener Horst im Winter

Der Frühjahrsschnitt

Im März oder April, sobald sich der Neuaustrieb ankündigt, wird der Horst auf etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter zurückgeschnitten. Wichtig: Handschuhe und lange Ärmel — die Blattränder von Pampasgras sind messerscharf und verursachen unangenehme Schnitte.

Anschließend wird der Horst mit einer Harke oder von Hand ausgekämmt, um abgestorbene Reste zu entfernen. Wer den Austrieb bereits sieht, arbeitet vorsichtiger — beschädigte Triebspitzen wachsen nicht nach.

Standort und Boden

Volle Sonne, durchlässiger, eher magerer Boden, geschützt vor Staunässe. Ein leicht erhöhter Standort oder eine Kiesdrainage unter dem Wurzelballen erhöht die Überlebenschance in nassen Wintern erheblich.

Pampasgras braucht Platz: Ein etablierter Horst wird zwei Meter hoch und ebenso breit, die Blütenwedel ragen darüber hinaus. Als Solitär in einer Rasenfläche oder Kiesfläche kommt es am besten zur Geltung.

Gedüngt wird sparsam im Frühjahr — zu viel Stickstoff bringt weiche Halme, die im Winter leichter faulen.

Männlich und weiblich

Pampasgras ist zweihäusig. Die eindrucksvollen, dicht gefiederten, silbrig-weißen Wedel tragen die weiblichen Pflanzen; männliche haben schmalere, lockerere und schnell unscheinbar werdende Blütenstände.

Beim Kauf lohnt sich also der Blick auf die Sorte — benannte Sorten wie „Pumila" oder „Sunningdale Silver" sind zuverlässig weiblich. Wer eine namenlose Sämlingspflanze kauft, erlebt möglicherweise eine Enttäuschung.

Foto 2 folgt
Weiblicher Blütenwedel in Nahaufnahme
Weiblicher Blütenwedel in Nahaufnahme

Typische Probleme

  • Fauliges Horstinneres im Frühjahr: Winternässe — zusammenbinden hilft.
  • Kein Blütenwedel: männliche Pflanze, zu junger Horst oder zu wenig Sonne.
  • Schnittverletzungen: Blattränder sind scharf — Schutzkleidung tragen.
  • Auseinanderfallender Horst: zu viel Nährstoff oder zu nasser Standort.

Häufige Fehler aus der Praxis

Der teuerste Fehler ist der Herbstschnitt: Er öffnet das Horstinnere für Wasser und ist die häufigste Ursache für abgestorbenes Pampasgras. Zweitens ein zu nasser Standort ohne Drainage. Und drittens der Kauf ohne Sortenangabe, der zu einer männlichen Pflanze ohne die erhofften Wedel führen kann.

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