Garten-Lexikon · Zwiebelpflanzen
Hyazinthe
Der intensivste Duft im Frühlingsbeet — und eine Zwiebel, die im Garten von Jahr zu Jahr lockerer und natürlicher wird, statt schlechter.
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Kurz erklärt
Bei Hyazinthen wird der verblühte Blütenstand abgeschnitten, das Laub bleibt bis zum Vergilben stehen — meist bis Juni. Im Beet werden die Blütenstände mit den Jahren lockerer; das ist normal und meist der schönere Anblick.
- Botanisch
- Hyacinthus orientalis
- Nach der Blüte
- Blütenstand abschneiden
- Laub
- Bis zum vollständigen Vergilben stehen lassen
- Pflanzzeit
- September bis November, ca. 15 cm tief
- Standort
- Sonnig bis halbschattig, im Sommer trocken
- Hinweis
- Zwiebelschalen können Hautreizungen auslösen
Schnittzeiten im Jahresverlauf
Dunkelgrün: idealer Zeitpunkt · Hellgrün: möglich oder eingeschränkt · Ohne Markierung: nicht empfohlen
Zum vollständigen Schnittkalender — dort sehen Sie alle Pflanzen im Vergleich und die Begründung für jeden einzelnen Monat.
Die Blüte wird lockerer — kein Mangel
Die dichten, kerzenförmigen Blütenstände, die man aus dem Handel kennt, sind das Ergebnis intensiver Zwiebelaufzucht. Im Garten lässt diese Dichte nach: Ab dem zweiten oder dritten Jahr werden die Blütenstände lockerer, luftiger und die Stiele dünner.
Das ist kein Pflegefehler, sondern der Normalzustand. Viele Gärtner bevorzugen den lockeren, natürlicheren Wuchs sogar — er fügt sich besser in Staudenbeete ein als die kompakten Treib-Exemplare.
Wer die dichte Form will, pflanzt jedes Jahr neue Zwiebeln nach und behandelt Hyazinthen als Wechselbepflanzung.
Lockerer Blütenstand im dritten Jahr
Nach der Blüte richtig behandeln
Der abgeblühte Blütenstand wird abgeschnitten, damit keine Kraft in die Samenbildung geht. Das Laub bleibt stehen, bis es vollständig vergilbt ist — dieselbe Regel wie bei Tulpe und Narzisse und aus demselben Grund: Die Zwiebel lädt sich darüber wieder auf.
Topfhyazinthen aus dem Handel lassen sich nach der Blüte ins Beet auspflanzen. Sie blühen dann im Folgejahr meist schwächer, etablieren sich danach aber und kommen jahrelang wieder.
Standort und Pflanzung
Sonnig bis halbschattig, durchlässiger Boden ohne Staunässe. Gepflanzt wird von September bis November, etwa fünfzehn Zentimeter tief. Eine Drainageschicht aus Sand unter der Zwiebel hilft auf schweren Böden gegen Fäulnis.
Wie bei Tulpen gilt: Der Standort sollte im Sommer eher trocken liegen. Hyazinthen ziehen ein und brauchen dann Ruhe.
Hautreizung beim Umgang
Die Zwiebelschalen enthalten Oxalatkristalle, die bei empfindlichen Menschen Juckreiz und Hautreizungen auslösen können — die sogenannte Hyazinthenkrätze. Wer größere Mengen pflanzt, trägt am besten Handschuhe.
Alle Pflanzenteile sind zudem giftig; in Haushalten mit kleinen Kindern und Haustieren ist das mitzudenken.
Zwiebeln beim Pflanzen mit Handschuhen
Typische Probleme
- Umkippende Blütenstände: bei frisch getriebenen Zwiebeln normal, die Stiele sind noch weich. Im Beet mit den Jahren kein Thema mehr.
- Zwiebelfäule: bei Staunässe; auf Drainage achten.
- Keine Blüte: Laub zu früh entfernt oder Zwiebel zu klein.
- Wühlmausfraß: möglich — im Gegensatz zu Narzissen sind Hyazinthen nicht geschützt.
Häufige Fehler aus der Praxis
Der häufigste Fehler ist, die lockerer werdende Blüte für einen Pflegefehler zu halten und die Pflanze zu entsorgen. Zweitens das zu frühe Abschneiden des Laubs. Und drittens das Entsorgen abgeblühter Topfhyazinthen, die sich problemlos auspflanzen lassen und im Garten viele Jahre wiederkommen.
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